Was braucht ein Anfänger wirklich?

Hallo zusammen,

heute gibt es wieder einmal einen textlastigeren Blogeintrag.
Ich erinnere mich an die Zeit, als ich mit dem fotografieren angefangen habe und durch das DSLR-Forum so animiert wurde, mir so viel wie möglich zu kaufen, dass ich das fotografieren selber fast komplett vergessen habe…

Und damit Ihr selber nicht den gleichen Fehler macht und tausende von Euros ausgebt, hier und heute mein kleiner Leitfaden (alles nach persönlicher Meinung zusammengestellt, für Links hafte ich nicht und erhalte auch keinerlei Provision von den Anbietern!!! Die Links gelten nur als Empfehlung oder Beispiel!!!):

Was braucht ein Anfänger wirklich an Ausrüstung?

Den DSLR-Body zähle ich nicht jedes mal auf, denn diesen setze ich eigentlich vorraus, wer das (manuelle) fotografieren lernen will, sollte sich eine DSLR zulegen.
Buchtipps zähle ich zum Schluss auf.

People-Fotografie

*Der, von mir verlinkte Funkauslöser ist für Nikon, erkennbar an dem Zusatz „N“. Es gibt den gleichen auch für Canon, mit dem Zusatz „C“!

Für was braucht man das?

  • Die Festbrennweite ist zum einen sehr lichtstark, man kann also auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch gut fotografieren, ausserdem trainiert eine Festbrennweite den fotografischen Blick. Übrigens kostet ein solches Objektiv zwischen 100 und 150€. Gebraucht oft sogar unter 100€!
  • Das Standardzoom ist immer praktisch. Dazu muss man nicht viel sagen! 😉
  • Der 5 in 1 Faltreflektor hat, wie im Namen steht, 5 Beschichtungen. Gold, Silber, Weiss, Zick-Zack/Zebra (Gold und Silber im Zick-Zack abwechselnd aufgetragen) und als Kern einen Diffusor.
    Die reflektierenden Beschichtungen können entweder dazu genutzt werden, um beim blitzen das Blitzlicht auf der anderen Seite auf das Model zu reflektieren, oder um die Sonne als Lichtgeber zu nutzen. Der Diffusor-Kern wird dann in der Sonne genutzt, um das Model abzuschatten. Ohne dies würde es sehr harte Kanten an den Schattenpartien geben!
  • Die restlichen Punkte gehören zusammen: Der Blitz als Lichtquelle auf dem Stativ wird durch den Funkauslöser ausgelöst. Der Schirm dient als Lichtformer. Ein Durchlichtschirm vergrössert die Lichtquelle und macht das Licht entsprechend weicher.

Landschafts- und Naturfotografie

10-24mm – Ultraweitwinkel
60mm f2,0 –  Macro
(70-200mm f2,8 – Telezoom)
Stativ, Holz oder Carbon/Alu
Kugelkopf
Zirkular-Polfilter (Link zum Hersteller mit cooler Erklärung, was ein Polfilter macht!)
Grauverlaufsfilter-Set
Kabelauslöser

Für was braucht man das?

  • Das Ultraweitwinkel wird gerne genutzt, um die Landschaft zu fotografieren. Je kleiner die Brennweite, desto mehr von der Landschaft kann man auf ein Foto bekommen.
  • Das Macro ist toll um einzelne Pflanzen oder Insekten zu fotografieren. Mit einem Macro kommt man etwas näher an das Motiv heran, als mit einem „normalen“ Objektiv. Stichwort „Naheinstellungsgrenze“. Trotzdem kann man das Macro auch zum normal fotografieren nutzen!
  • Das Telezoom ist mehr optional, um weiter entfernte Dinge zu fotografieren, an die man so nicht herankommt.
  • Stative sind eine Glaubensfrage. Eines ist sicher, es muss stabil sein. Schaut euch keine Stative für unter 100€ an. Das von mir verlinkte Feisol für 229€ ist in meinen Augen untere Grenze.
    Ein Holzstativ von Berlebach ist natürlich ungleich stabiler und schluckt Vibrationen besser weg, ist dafür aber auch ungleich schwerer und unhandlicher!
    Bei beiden sind keine Mittelsäulen angebracht (können aber nachgerüstet werden). Ebenfalls eine Glaubensfrage. Die einen wollen keine, weil es die Stabilität beeinträchtigt, die anderen haben eine dran und benutzen diese auch.
  • Ein Kugelkopf sollte so gewählt werden, dass er eine gute Friktion und Feststellung hat. Nichts ist ärgerlicher, als eine Kamera, die sich auf dem Kugelkopf nach unten bewegt, obwohl der Kopf festgezogen ist…
  • Was der Polfilter macht, ist in dem Link oben sehr gut erklärt.
  • Die Grauverlaufsfilter von Cokin sind für die Landschaftsfotografie essentiell. Das Grau dunkelt ab. Und dies wird für den Himmel benötigt. Der Himmel ist am Tag immer heller als der Boden und um dies auszugleichen wird ein Grauverlaufsfilter davor gesetzt. Die Belichtung ist angepasst und das Foto sieht besser aus, als mit ausgebranntem (weissem) Himmel.
    Ich würde, wenn ich ein Ultraweitwinkel nutze, das Slim-Set kaufen, da es mit dem normalen Filterhalter zu sehr dunklen Abschattungen in den Ecken kommen kann!
  • Der Kabelauslöser wird gebraucht, um die Kamera ohne Wackler bei längeren Verschlusszeiten auszulösen.

Links zu wissenswerten Seiten

  • Stobist (Englisch und Deutsch) -> Manuelles Blitzen mit Systemblitzen
  • Fotokurse, entweder an den lokalen Volkshochschulen oder mit den folgenden Links und viel fotografieren: Link, Link und Link
  • DSLR-Forum.de (Sehr techniklastig, aber auch viele gute Tipps!)

 

So, dann noch ein paar abschliessende Worte:
Lasst euch nicht von der Technik blenden, sondern geht raus, fotografiert viel, lernt dazu, nehmt kritiken an und setzt euch mit ISO, Blende und Verschlusszeit auseinander!

In diesem Sinne: Gutes Licht!

Cheers,
Chris

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