How To: Daemonical Beauty Portrait – Photoshop-Tutorial

Clarissa-8

Hallo liebe Freunde,
von meinem alten Blog ausgegraben und für euch und alle anderen ein neues – altes Tutorial!
Viel Spass beim lesen und nachmachen!

Heute geht es darum, wie ihr mit wenig Aufwand folgendes Ergebnis erzielen könnt:

Clarissa-8

Dazu braucht ihr Gimp oder Photoshop (ich arbeite mit CS 4, daher werden auch alle Schritte auf Photoshop angepasst sein), ein passendes Portrait und einige Texturen.
Die Texturen bekommt ihr zum Beispiel von CGtexturesTexturecase oder deviantArt. Ihr müsst nur nach „cracked textures“ oder ähnlichem suchen.

Aber jetzt geht es erstmal los.

1.) Öffnet das Portrait in Photoshop und legt eine Einstellungsebene „Gradationskurve“ darüber. Diese benötigen wir, um das Bild etwas aufzuhellen. Sollte euer Bild schon etwas heller sein, als meines, könnt ihr diese auch weglassen. Trotzdem könnt ihr eine solche Ebene einfügen, denn damit könnt ihr trotzdem noch bisschen im Nachhinein rumschrauben! 😉

BILD_1

Alternativ, da wir diese Einstellungsebene ebenfalls benötigen, geht das auch mit „Helligkeit/Kontrast“. Fügt diese ein und erhöht den Kontrast etwas ( um etwa 2-5), danach noch „Farbton/Sättigung“ und entsättigt das Bild bisschen ( -15 bei mir).

BILD_2

2.) Führt jetzt eine normale Beauty-Retusche durch. Da es dafür genügend klasse Tutorials gibt (Als Video kann ich folgende zwei empfehlen -> Klick 1 und Klick 2), gehe ich mal nicht näher darauf ein.
Aber ein kleiner Tipp: Als erstes mit dem „Bereichsreparatur-Pinsel“ die groben Unreinheiten herausstempeln und danach die eigentliche Retusche (Frequenztrennung) durchführen.

BILD_3

3.) Ab jetzt wird es interessant!
Legt über das Bild eine neue Einstellungsebene „Farbton/Sättigung“ und entsättigt das Bild um -50, in der Maske malt ihr mit einer kleinen, schwarzen Pinselspitze ( die Härte wählt ihr am besten je nach Bild, an den Lippen wechsle ich zwischen Weich (35-40) und Hart (80-85), an den Augen bleibe ich meist bei ca. 70 ) die Augen und den Mund aus, denn diese sollen noch nicht entsättigt werden! 😉
Fügt eine zweite Ebene „Farbton/Sättigung“ ein, setzt das Häkchen bei „Färben“ und jetzt könnt ihr die Augen färben. Meine Einstellungen seht ihr in dem unteren Bild. Da mein Model schöne rote Lippen hat, entschied ich mich für rote Augen.
Sobald ihr den passenden Farbton und Intensität habt, malt die Iris mit einer sehr kleinen, harten (60-90), schwarzen Pinselspitze in der Maske aus. Jetzt haben die Augen ihre normale Farbe wieder. Daher invertiert ihr diese Maske mit „Strg + I“ und schon leuchten nur die Augen!

BILD_4

Unter Umständen müsst ihr die Deckkraft der Ebene etwas anpassen, so wie bei mir. Ich habe die Deckkraft auf 92% gesetzt.

4.) Widmen wir uns nochmal den Lippen. Denn die leuchten nun etwas zu stark. Mit einer weiteren Ebene „Farbton/Sättigung“ entsättigen wir die Lippen um -20 und führen in der Maske den gleichen Schritt aus, wie soeben bei der Iris (Schwarz ausmalen, Maske invertieren).

BILD_5

5.) Bringen wir die Zähne etwas zum leuchten… Dazu wieder eine Einstellungsebene „Farbton/Sättigung“ einfügen, den Modus auf „Weiches Licht“ setzen, mit „Strg + I“ invertieren und vorsichtig mit einem, diesmal, weißen und sehr kleinen Pinsel ausmalen.
Jetzt muss in der Einstellung noch komplett entsättigt werden und die Zähne etwas heller gemacht werden (Regler Helligkeit). Wenn das Ergebnis zu stark ist, setzt die Helligkeit etwas herunter und/oder regelt es mit der Deckkraft der Ebene.

BILD_6

6.) Make-Up-Time!
Ein bisschen mehr kann nicht schaden. Vor allem, wenn es um die Augen geht!
Und das ist sogar einfacher als ihr denkt…
Fügt eine leere Ebene ein, setzt den Ebenenmodus auf „Multiplizieren“ und nehmt mit der Pipette einen Farbton vom vorhandenen Make-Up. Diese Farbe malt ihr mit einem harten Pinsel (bei mir Größe 36, Härte 95 und 78% Deckkraft an die gewünschte Stelle.

BILD_7

Das muss nicht sauber sein, denn nun zeichnen wir das weich. Filter → Weichzeichnungsfilter → Gaußscher Weichzeichner. Setzt diesen mit einem Radius um 30 Pixel ein.

BILD_8

Danach radiert die Farbe aus dem Auge heraus und setzt die Deckkraft auf ca. 30%. Je nach Geschmack mehr oder weniger.
Diesen Schritt wiederholt ihr bei dem anderen Auge ebenfalls.

BILD_9

Zwei kleine Tipps hier noch zwischen rein:
– Wenn ihr in der Maske arbeitet, legt eine leere Maske darüber, füllt diese mit einer leuchtenden Farbe (Gelb, Rot, Blau, Grün oder sonst was) und wählt mit einem Rechtsklick auf die Maske die Option „Schnittmaske erstellen“. Danach noch die Deckkraft auf 10% bis 30% setzen und ihr könnt nun in der Maske malen und seht, was ihr bisher gemacht habt. Das erleichtert die Arbeit manchmal ungemein!

– Arbeitet mit Ordnern! Für das Make-Up und die Hautretusche habe ich jeweils einen Ordner angelegt und die entsprechenden Ebenen hier rein geschoben. Damit haltet ihr eure Ebenenansicht übersichtlich und kommt nicht durcheinander!

7.) Bringen wir die Texturen ins Spiel, oder auf die Haut… 😉
Legt eine, der von euch heruntergeladenen Texturen über euer Bild und verschiebt es, bis es euch gefällt. Kleiner Tipp: Setzt den Ebenenmodus auf „Multiplizieren“ und setzt die Deckkraft etwas herab. Dann seht ihr gleich das etwaige Ergebnis.
Ich habe die Ebene dupliziert, die zweite Ebene angeglichen und mit „Schnittmaske erstellen“ eingefügt. Danach den Ebenenmodus auf „Negativ Multiplizieren“ und die Deckkraft soweit zurücksetzen, bis es passt. Da die Texturen immer farbig sind, legen wir noch eine Einstellungsebene „Farbton/Sättigung“ darüber, entsättigen komplett und führen den Befehl „ Schnittmaske erstellen“ nochmals aus, denn sonst wäre das komplette Bild entsättigt. Wir wollen ja die Farbe im Bild behalten und nur die Textur darüber legen.

BILD_10

Ich habe das mal in einem neuen Bild gemacht, damit ihr die drei Ebenen mal so seht.
Die drei Ebenen habe ich in ein Smartobjekt konvertiert , denn die drei Ebenen habe ich zuerst etwas scharf gezeichnet um danach noch einen Gaußschen Weichzeichner darüber zu legen.
Diesen Schritt müsst ihr nicht machen, wenn ihr keine Unschärfe im Bild habt. Da ich mit einer großen Blende ( f 3,2) fotografiert habe, ist nur das Gesicht knack scharf, wie es sich für ein Portrait gehört! 😉

BILD_11

8.) Weiter geht es mit dem Gesicht. Die Arbeitsweise gleicht Schritt 6. Legt eine weitere Textur darüber, passt es an, Ebenenmodus auf „Multiplizieren“, die Deckkraft etwas heruntersetzen und verdeckt mit einer Maske die überschüssige Textur.

BILD_12

Mit einer Einstellungsebene „Farbton/Sättigung“ und dem Befehl „Schnittmaske erstellen“ entsättigen wir die Textur über dem Gesicht komplett und hellen es etwas auf.

BILD_13

Für die nächste Ebene zeige ich kein Bild 😉 Denn diesen Schritt braucht man nur machen, wenn eine Gesichtshälfte dunkler als die andere ist ( Ich habe die Octabox von Rechts auf das Model gerichtet und Links zu wenig aufgehellt…).

9.) Juhu! FAST geschafft…
Jetzt geht es an das Feintuning. Fangen wir mit einer Einstellungsebene „Gradationskurven“ an. Um das Bild etwas bedrohlicher zu machen, habe ich die Tiefen etwas nach unten gezogen und im zweiten Viertel einen weiteren Punkt gesetzt, um die Lichter nicht aufzuhellen.
Den Ebenenmodus habe ich noch auf „Abdunkeln“ gesetzt und die Deckkraft auf 75% reduziert.

BILD_14

Als nächstes legen wir eine weitere Textur über das Bild. Ich habe mich für eine „Grunge“-Textur entschieden, um etwas Farbe und eine paar Kratzer in das Bild zu bekommen.
Je nach Textur sollte man verschiedene Ebenenmodi probieren. Bei mir hat am besten „Multiplizieren“ und eine Deckkraft von 75% gepasst.

BILD_15

10.) Dodge&Burn… Kann ich nicht und werde ich auch nie können! Ich behelfe mich mit dem (kostenpflichtigen!) Plug-In „Nik Color Efex Pro“. Hier nutze ich den Filter „Tonal Contrast“ und passe ihn entsprechend an.

Ich habe ihn zwei Mal angewandt. Einmal speziell für die Haut und einmal für die Kleidung und Umgebung. Damit beides passt, habe ich zuerst in der ersten „Tonal Contrast“-Ebene die Haut und die Haare mit einem weißen Pinsel ausgemalt, damit der Effekt nur hier sichtbar wird.
Auf der zweiten „Tonal Contrast“-Ebene habe ich die Maske hineinkopiert und mit „Strg + I“ invertiert, damit deren Effekt nicht auf der Haut und den Haaren sichtbar ist,

BILD_16

11.) Finish! Mit einer Einstellungsebene „Gradationskurven“ habe ich den Kontrast noch leicht angepasst, den Ebenenmodus auf „Aufhellen“ gesetzt und die Maske der vorhergehenden „Tonal Contrast“-Ebene übernommen.

Mit „Strg + Alt + E“ fassen wir die ganzen Ebenen auf eine zusammen (Ebenenreduktion) und schärfen diese noch etwas nach.

BILD_17

FERTIG!

Bewundert nun euer Ergebnis und teilt es mit euren Freunden!

Ich hoffe, ich habe das Tutorial euch leicht verständlich und einfach rüber gebracht…
Es gibt natürlich mehrere Möglichkeiten, ein solches Bild mit diesem Effekt zu erstellen, aber dies ist mein Weg und ich finde, er führt zu einem tollen Ergebnis! 🙂
Nun bleibt mir nur noch eines übrig:

Viel Spaß beim nachmachen und wenn ihr Fragen habt, ich beantworte sie gerne!

Cheers,
Chris

Kommentar verfassen