Tschüss Facebook

Tja, wie soll ich denn nur anfangen…
Am besten, wenn ich an das Jahr 2010 (angefangen zu fotografieren) beziehungsweise 2011 denke. Vorallem an 2011…

Februar 2011, Jugendhaus Ravensburg. Mein ehemaliger Kamerad Sascha, den ich bei der Bundeswehr kennengelernt habe, spielte dort als Aushilfsbassist auf einem Konzert und dieses habe ich fotografiert.

Jumpdafuckup

Die Damen, die die Konzertreihe veranstaltet haben, wollten natürlich die Fotos und mich als Fotografen verlinken… Das dumme nur… Ich hatte bis dahin gar keine Facebook-Seite!
Meine kurzen Überlegungen dazu waren, dass ich dort Fotos, die ich mache veröffentliche, Models suche, Kritiken und Verbesserungsvorschläge erhalte.

So entstand im Februar 2011 die Facebook-Seite und auch diese Webseite.

facebook-banner_neu

Springen wir doch gleich mal in das Jahr 2014.
Mir ist der Spass am fotografieren mittlerweile gehörig vergangen, es ist richtig zäh geworden. Zum einen liegt es an den Shootings selber. Man schreibt mit einem Model ein oder zwei Monate, hat eine Idee, versucht die dem Model zu erklären und am Ende findet das Shooting entweder garnicht statt, oder in einer anderen Variante, so wie ich es zuerst nicht im Sinn hatte. Alternativ sagt mir das Model irgendwann plötzlich ab.

Zum Anderen liegt es an Facebook.
Man sieht die Seiten anderer Fotografen, man ist in Fotografen/Model-Gruppen und man sieht seine eigenen Like-Zahlen…
Du stehst plötzlich in einem unscheinbaren Wettbewerb, der irgendwie, zumindest bei mir, im tiefen Unterbewusstsein stattfindet.
Anfangs dachte ich, dass das mir nichts ausmacht, aber dann, ab etwa 200 Likes war es für mich ein richtiges psychisches Spielchen. Mehr Likes generieren, mehr Leute sollen meine Bilder sehen, es sollen mehr auf „Gefällt mir“ drücken, es sollen mehr kommentieren…
Postet man mal einen Monat nichts mehr, dann „entfolgen“ dir gleich ein paar Leute. Ach und wer es von euch nicht weiss: Facebook beschneidet die Reichweite eines Posts. Von 450 Leuten sehen ein Post etwa ein drittel. Ausser du zahlst. Dann explodiert die Reichweite, es hagelt Likes, Kommentare und co.

Und achja, mein eigentliches Ziel ist aus dem Fokus gerückt:

Die Facebook-Seite als „verlängerten Arm“ meiner Webseite zu sehen, um einfach die Bilder, die ich mache, weil ich Bock drauf habe, zu zeigen.

White

Seit Anfang diesen Jahres ist mir das alles erst bewusst geworden. All das hat mir die Lust am fotografieren nachhaltig genommen. Ich mache nicht mehr das, worauf ich lust habe, sondern das, was andere sehen und haben wollen. Ich soll zahlen, damit alle die Bilder sehen.

Danke, nein!

Zuerst wollte ich diese ganzen Zahlen ignorieren, aber ich kann, oder konnte das nicht.
Dann bin ich bei kwerfeldein (toller Blog, kann ich wärmstens Empfehlen) auf den Artikel „Eine Million Likes“ gestossen und diese hat mich nachhaltig zum nachdenken angeregt.

Er hat mich auch im Endeffekt zu dem folgenden oder den folgenden Schritten geführt:
Am Freitag Abend, den 04.07.2014 werde ich meine Facebook-Seite abschalten und löschen.
Ausserdem werde ich nur noch fotografieren, wenn ich Lust drauf habe, ich eine Idee habe oder ein Model mit einer coolen Idee um’s Eck kommt!

Dirndl Portrait

Ansonsten werde ich meine Kamera nicht mehr in die Hand nehmen.

Meine Bilder werde ich vorallem hier auf meiner Webseite zeigen, aber auch auf 500px, deviantArt und der Model-Kartei zeigen.
Ganz befreit, ohne Druck. Man sieht zwar die ganzen Statistiken auch, aber ich habe es gemerkt, es ist entspannter!

Okay, genug geredet, in diesem Sinne, liebe Facebookgemeinde:
Macht’s gut und ich würde mich freuen, wenn der eine oder die andere trotzdem hier regelmässig vorbeischaut!

Cheers,
euer Chris

P.S.: Wer mich erreichen will, kann das über mein Kontaktformular, die Model-Kartei oder per WhatsApp…

P.S.S.: Noch etwas zu dem Thema Models, was ich in den letzten Monaten auch vermehrt gesehen und mitbekommen habe:

Keine Referenzen, normales Aussehen, aber gleich Geld verlangen, oder nur mit denen shooten, die Honorar zahlen… Okay, aber ohne mich! 🙂

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde es gut was du machst und du darfst dein Ziel nicht aus den Augen verlieren weil genau das Facebook erreichen will. Viel Glück auf dein weiteren Lebensabschnitt und drücke dir die Daumen.

    LG susa

  2. Klasse ausgedrückt. Du weisst was du willst. Wenn ich Deutschland besuche gehen wir auf ein Bier.
    Xxx Shirin

  3. Pingback: Der Komapatient erwacht | projectXlevelprojectXlevel

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